TOTMANNWARNER

 

Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen haben keinen leichten und ungefährlichen Beruf. Dies und viele andere Meldungen hört man täglich weltweit in der Presse. Immer wieder verunglücken Einsatzkräfte der Feuerwehren auch im Einsatz. Man denke an dieser Stelle noch einmal an die Toten Feuerwehrleute, die bei der unvorstellbaren Katastrophe am 11. September 2001 in New York ihr Leben gelassen haben. Alltäglich besteht diese Gefahr für viele Feuerwehrleute, die in den meist lebensgefährlichen Einsätzen ihr Leben aufs Spiel setzen. Für den ersten Angriffstrupp besteht die größte Gefahr beim Aufenthalt in brennenden Gebäuden, sei es um überlebende Personen zu retten oder das Feuer zu bekämpfen. Oft entstehen Situationen in denen es nur von der Einschätzung eines jeden Feuerwehrmannes selbst abhängt, ob man sich in anbetracht der vorliegenden Lage für ein weiteres Vordringen in das Brandobjekt oder für einen Rückzug entscheidet. Hier reicht bereits ein sehr kurzes Zögern für eine ungewollte Fehleinschätzung der Lage aus und die Kameraden verunglücken. Die Notwendigkeit zur Anschaffung von Sicherheitsgeräten wird durch die Statistik der Unfälle im Einsatzdienst für Baden-Württemberg nur untermauert. Nach der Schadensbilanz des BW-Innenministeriums gab es bei den Berufsfeuerwehren 172 Unfälle im Einsatzdienst und bei den Freiwilligen Feuerwehren 1520, wovon sogar einer tödlich war.

Für Unfälle in Feuerwehreinsätzen gibt es viele Gefahren:
- Verschütten,
- Einbrechen,
- Verbrennen durch Stichflammen (so genannte Flash-Over),
- Explosionen,
- körperliche Notlagen/Verletzungen durch herunterfallende Gegenstände,
- Versperren des Rückweges,
- etc.

Um sich in solchen Notsituationen sowohl aus eigener Kraft als auch automatisch bemerkbar zu machen, wurden die so genannten Totmannmelder entwickelt. Totmannmelder sind Lebensretter mit System. Nachfolgend wird die Funktionsweise am Beispiel vom Totmannmelder Interspiro Super Pass II veranschaulicht.

Totmannmelder sind eigenständige Geräte mit geringen Abmessungen (ca. 54 mm Breite x 63 mm Höhe x 40 mm Tiefe) und einem Gewicht von ca. 200 Gramm incl. 9 Volt Block-Batterie. Das Gehäuse muss sehr robust und hitzebeständig sein, da die Geräte von außen an der Feuerwehr-Schutzkleidung getragen werden müssen.

Aktivierung:
Im Falle eines Einsatzes muss die Sicherheitsklemme vom Gerät selber gelöst werden, was die Einheit automatisch aktiviert. Befestigt man das Sicherheitsband am Fahrzeug, so erfolgt die Aktivierung schon beim Aussteigen. Der Super Pass II-H bestätigt die Aktivierung durch eine Folge akustischer Töne und dem wechselnden, gekreuzten Blinken von jeweils zwei gelben Leuchtdioden an der Vorderseite. Die maximale Betriebsdauer in dem so genannten "Aktivmodus" beträgt ca. 300 Stunden.

Deaktivierung:
Das System lässt sich nur noch ausschalten, indem die zugehörige Sicherheitsklemme wieder auf das Gerät gesteckt wird und gleichzeitig die beiden roten Tasten links und rechts vom Gerät gedrückt werden. Das Deaktivieren wird ebenfalls durch eine Serie akustischer Töne quittiert, nach der auch das Blinken der Leuchtdioden aufhört.

Alarmmodus:
1. Voralarm:
Registriert das Gerät innerhalb der nächsten 20 bis 30 Sekunden keine Bewegung, so wird das Vorwarnsystem aktiviert. Das gelbe Blinklicht wird dann durch vier gleichzeitige, rot blinkende Leuchtsignale, begleitet von lauter werdenden akustischen Warnsignalen unterbrochen. Wird das Gerät nun bewegt, so schaltet sich der Vorwarnmodus aus und das Gerät wird in den normalen Aktivmodus zurückgesetzt.

2. Hauptalarm:
Erfolgt während des Voralarmes für ca. 30 bis 35 Sekunden keine Bewegung, so schaltet das System unwiderruflich in den Hauptalarmmodus. Bei diesem pulsiert das rote Blinklicht ständig und gibt in rascher Folge sehr laute akustische Signale (> 98 dBA auf 3 Meter) ab. Jetzt kann das Gerät nur durch die Deaktivierung mit dem Sicherheitsclip ausgeschaltet werden. Zusätzlich kann durch Betätigen des vorderen roten Knopfes der Hauptalarm in Notsituationen manuell ausgelöst werden. Die maximale Betriebsdauer im Vollalarm beträgt ca. 2 bis 4 Stunden.

Zusatzfunktionen:
1. Batteriealarm:
Sinkt die Kapazität der 9 Volt Blockbatterie auf unter 20% ab, so werden alle 5 Sekunden drei aufeinander folgende Warntöne abgegeben.

2. Temperatursensor:
Um die technische Funktionalität vom Super Pass II-H auch bei hohen Temperaturen zu gewährleisten, ist der Melder zusätzlich mit einem Temperatursensor ausgestattet. Dieser warnt den Träger bei langer Beanspruchung in hohen Temperaturen mit einem lauten, rasch klingelnden Ton, vor möglichen Temperaturschäden oder hierdurch bedingte Funktionsstörungen der Elektrik. Die Reaktionszeiten bei den unterschiedlichen Temperaturen sehen wie folgt aus:

110° C --> ca. 12 Minuten bis Temperaturalarm
140° C --> ca. 10 Minuten bis Temperaturalarm
165° C --> ca. 8   Minuten bis Temperaturalarm
195° C --> ca. 6   Minuten bis Temperaturalarm

 

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